Montag, 11. Dezember 2017

Transalp-Erlebnisse

Männer um die 40 benehmen sich oft verhaltensauffällig. Sie treiben exzessiv Sport, kleiden sich betont jugendlich, fangen plötzlich wieder an zu rauchen, legen sich einen sportlichen Zweitwagen oder eine sportliche Zweitfrau zu - und verzweifeln dabei an sich selbst. So stand es am 19. Juli 2008 in einem Bericht in der Süddeutschen Zeitung. Also nachdem wir gerade die Transalp beendet hatten... irgendwie hat sich der eine oder andere dann doch etwas wieder erkannt. Aber höchstens wegen der sportlichen Zweitfrau... ;-))

Aber zurück zum Anfang..... Endlich war es soweit. Unsere seit einem Jahr geplante Alpenüberquerung mit dem Mountainbike stand bevor. Rund 400 km und 9.000 Höhenmeter (Hm) von Ehrwald nach Riva lagen vor uns. Die ausgiebige Vorbereitung in Form von Fitnessstudio, Mountainbike-Testwochenende in Mittenwald Ende April 2008 und etliche Trainingskilometer mit dem eigenen Rad sollten uns die Tour gut bewältigen und genießen lassen.

Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bei Dieter, von Dieter Obenhaus Mountainbike Touren, für die Planung, Organisation und Durchführung der Transalp bedanken! Dieter, es hat uns allen ganz großen Spaß gemacht!!! Unseren Tourverlauf könnt Ihr bei Google Maps verfolgen.

Transalp Ehrwald-Riva del Garda 11.-19.07.2008, Bilder und Impressionen auf  www.sun-life.de

Drei Brüder. darunter Zwillinge - wer erkennt sie???, sowie weitere vier Hockeyfreunde und ein Guide waren die Teilnehmer.

Freitag, 11.07.2008: Anreise nach Ehrwald oder „Die Marzipanärschchen“. 

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Um 15 Uhr trafen wir uns bei Ragnar in Pflugfelden zur gemeinsamen Abfahrt. Trotz eines Staus vor Gruibingen und Hagelschauern am Fuße der Alpen trafen wir pünktlich um 19 Uhr in Ehrwald beim Gasthof Sonnenberg, wo wir unsere erste Nacht verbrachten, ein. Nach Bezug der Zimmer bereiteten wir unsere Räder für den morgigen Tourstart vor. Während ein Teil des Teams begann, halfen die Anderen bis Max, unser Bike-Verleiher aus Mittenwald, die restlichen Räder brachte. Die zum Großteil mitgebrachten eigenen Sättel, Hörnchen und Tachos wurden montiert und die passende Sattelhöhe eingestellt. Als Max mit den fehlenden drei Rädern eintraf, konnten wir ihm gleich die zum Rad gehörenden Sättel mitgeben. Sein Kommentar uns gegenüber zum Tausch der harten gegen unsere gewohnten deutlich weicheren Sättel: „Ihr Marzipanärschchen“. Die weitere Vorbereitung verlief reibungslos. Anschließend wies uns Dieter bei Zufuhr eines isotonischen Getränks mittels Flipchart in die bevorstehende Tour und auch in die erste Etappe ein. Bei bester Stimmung ging´s in die Holzerstuben, wo wir mit einem hervorragenden Abendessen versorgt wurden und den Abend ausklingen ließen.

Samstag, 12.07.2008: 1. Etappe von Ehrwald nach Prutz oder „Wir sind dann mal weg“.

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Bestens gestärkt vom Frühstück starteten wir mit den Bikes gegen 9 Uhr. Leider folgte nach knapp 100 Metern die erste Pause. Klaus` Hinterradbremse war defekt. Umgehend steuerten Dieter und Klaus einen Radladen an, während der Rest in Ehrwald´s Stadtzentrum wartete. Knapp 1,5 Stunden später war das undichte Bremsgehäuse getauscht und wir konnten endgültig starten. Zunächst ging es durch den wunderschönen Lärchenwald. Die ersten Steigungen erwarteten uns auf schwierigem Gelände beim Blindsee. Auf dem Single Trail wurden unsere technischen Möglichkeiten deutlich. Teilweise war Schieben auf steilen, nassen mit großen Wurzeln versehenen Pfaden unvermeidbar. Bei leichtem Regen führte uns eine Schotterstraße weiter Richtung Fernpass. Stärker einsetzender Regen brachte unsere Regenklamotten zum Einsatz. Nach Queren der Fernpassstrasse führte uns Dieter auf die Spuren der Römer. Die vor tausenden von Jahren durch Ochsenkarren verursachten Rinnen auf der Via Claudia Augusta oberhalb des wunderschönen Fernsteinsees waren deutlich zu erkennen. Bei nachlassenden Regen fuhren wir weiter über Nassereith und Imst bis nach Imsterberg, wo wir am Bahnhof bei Sonnenschein eine Mittagspause einlegten. Nun trieben uns puls- und schweißtreibende Anstiege weiter Richtung Etappenziel. Erneut setzte starker Regen ein, der uns zum Zwischenstopp am Gasthaus zur Kronburg zwang. Hierbei ist die besondere Gastfreundschaft zu erwähnen. In total versifften Klamotten war in der äußerst sauberen Gaststätte das kostenlose Auffüllen unserer Trinkflasche kein Problem. Nachdem der Regen nun nahezu sintflutartig herabstürzte, kehrten wir doch in das Gasthaus ein und glichen unseren Mineralhaushalt aus. Der Regen ließ nach und wir fuhren bei typischem Alpengelände weiter Richtung Zams und Landeck. Diesmal auf Hape´s Spuren. Ein Teil unserer Route führte uns auf den Jakobsweg und wir beschlossen: „Wir sind dann mal weg“. Beim Überqueren einer Holzbrücke auf dem Inntal-Radweg bewies uns Jörg, wie rutschig nasses Holz werden kann, wenn man mit dem Rad nicht frontal auf die Brücke fährt. Nach rund 70 km und 1.400 gefahrenen Hm kamen wir in unserem ersten Etappenziel an. Das Hotel Post in Prutz machte einen besonders guten Eindruck. Die wunderschöne Saunalandschaft mit drei Saunen, einem Dampfbad und supergemütlichen Liegen wurde dankend angenommen. Aufgrund des anstrengenden Tages haben wir unser anschließendes 4-Gänge-Menü um einen Zwischengang Spaghetti aglio e olio für alle Acht ergänzt. Gut gestärkt folgte in der bequemen Sofaecke des Hotels das Briefing für die zweite Etappe. Ermüdet vom ersten Tag ging es bereits gegen 22 Uhr bettreif auf die Zimmer.

Sonntag, 13.07.2008: 2. Etappe von Prutz zur Sesvenna-Hütte oder „Wassersäule“.

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Am Morgen unserer Drei-Länder-Etappe wurden wir vom Wetter mit Dauerregen begrüßt. Die Stimmung blieb dennoch auf hohem Niveau. Dafür hat das hervorragende Frühstück gesorgt. Zunächst mussten wir unser Gepäck aufteilen, da nur die Hälfte unseres Gepäcks per Materiallift auf die Sesvenna-Hütte gebracht werden konnte. Die andere Hälfte wurde von Siggi, unser Gepäcktransporteur, zwischengelagert. Dick eingepackt in unseren Regensachen starteten wir bei starken Regen. Wir fuhren weiter dem Inntal entlang bis zur Kajetansbrücke, an der wir unsere Bikes hoch tragen mussten, um dann ins Unterengadin Richtung Schweiz abzubiegen. Am Schweizer Grenzort Martina klärte Dieter ab, ob aufgrund des Dauerregens das Durchfahren der Uina-Schlucht überhaupt möglich ist. Etwa eine Stunde, Kaffee, mehrere Brötchen und Riegel später war geklärt: Ab zur Sesvenna-Hütte. Hügeliges Gelände trieb uns weiter bis nach Sur En. Hier lagen bei leichten Nieselregen knapp 15 km und 1.150 Hm durch Val d’Uina vor uns. Ein Absperrband über den Weg sollte zeigen, dass der Weg nicht ganz sicher sein soll. Ein uns entgegengekommener Wanderer klärte auf, dass eine Mure auf den Weg durch die Schlucht abgegangen ist, wir aber an dieser durchaus vorbeigehen könnten. Das Anfangsstück hatte Steigungen von bis zu 12%, spätere Abschnitte bis zu 16%. Nach ca. 300 Hm trafen wir auf die gewaltige Mure. Mit den Bikes konnten wir die Mure, obwohl sie über den ganzen Weg ging, relativ gut passieren. Nach etwa 650 zurückgelegten Hm erreichten wir auf 1.780 Meter über NN unseren Zwischenstopp Uina Dardaint (eine Käserei). Die Sennerin versorgte uns sogleich mit vier leckeren Käseplatten, sodass wir uns gut für die vor uns liegenden Passagen stärken konnten. Der Aufenthalt war sehr kurzweilig, da uns die etwa 5 Kinder der Sennerin gut unterhielten. Der älteste Sohn hieß Jonathan und erinnerte sehr stark an Michel aus Lönneberga. Während er uns erzählte, dass Mama alles weiß und Papa sehr ängstlich ist, sprangen 2 jüngere Geschwister mit ihren Gummistiefeln in die Pfützen und verschlammten dabei ein wenig Andi’s Rucksack sowie zwei andere Biker als sie ihre Bikes überprüften. Eine knappe Stunde später führte uns der Weg weiter bergauf. Diesmal zeigte uns Andi, wie man beim Fahren über Wurzeln sein Bike beherrscht. Bergauf machte er eine kleine Rolle rückwärts und stieg dabei ungewollt von seinem Bike ab. Kurz abgeschüttelt gins´s zügig weiter. Über eine kleine Holzbrücke mit herrlichen Blick ins Tal ging´s in die Uina-Schlucht. Beim Eintritt in die Schlucht wies ein Schild darauf hin, das ab hier Mountain-Bikes zu tragen und zu stossen sind, und das rund 3 km und 400 Hm. Der Regen wurde wieder stärker und die Sicht in die Schlucht bzw. ins Tal immer schlechter. Nach etwa der halben Strecke kamen uns fast sintflutartig Wassermassen auf dem einen Meter breiten Weg entgegen. Glücklicherweise konnten wir uns mit der linken Hand am Stahlseil an der Felswand festhalten, während wir mit der rechten Hand unsere Bikes stießen und trugen. Daneben ging es rund 200 Meter senkrecht in die Schlucht runter. Spätestens nach Durchschreiten eines Wasserfalls, der auf den Weg stürzte, waren wir alle von oben, von unten und auch von innen komplett durchnässt. Bei etwa 2.300 Metern sind wir auf der Sesvenna-Hochebene angekommen. Auf dem weiteren Weg zur Sesvenna-Hütte (ca. 5-6 km) überquerten wir die Grenze nach Italien. Dabei mussten wir aufgrund der vorhandenen Wassermassen und dem dadurch schlecht befahrbaren Gelände, knapp die Hälfte der Strecke schieben. Gegen 19 Uhr kamen wir nach 60 km und 1.700 bewältigten Hm bei der Hütte an. Nachdem wir unsere Bikes untergestellt hatten und das Gepäck aus dem Materiallift geholt hatten, konnten wir auf engsten Raum unser Kleider wechseln. Beim Trocknen unser nassen Sachen musste sehr stark improvisiert werden, da schlichtweg die wenig vorhandenen Trockenplätze von anderen Besuchern belegt waren. Anschließend wurde uns der Stockbetten-Schlafraum zugeteilt, welchen wir mit 12 anderen Gästen teilen mussten. Unmittelbar nach der Dusche, für andere auch vor der Dusche (da nur eine für alle vorhanden war) gab’s in Schnellabfertigung Abendessen. Heiße Suppe, Jägerschnitzel mit Spätzle und als Dessert Ananasscheiben aus der Dose taten neben einem obligatorischen Weißbier außerordentlich gut. Den Abend ließen wir dann im weiteren Verlauf bei einer Schinken- und einer Käseplatte gemütlich ausklingen.

Montag, 14.07.2008: 3. Etappe von der Sesvenna-Hütte zum Vigiljoch oder „Wo wir sind ist oben“.

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Nach gemütlichem Frühstück von Anis-Kümmel-Fenchel-Brötchen suchten wir zunächst noch unsere restlichen Klamotten zusammen. Gegen 9.30 Uhr starteten wir bei strömenden Regen Richtung Vinschgau. Anfangs auf anspruchvollem Gelände, dann auf Schotterwegen bis hin zu Asphalt streckte sich die Abfahrt über 12 km und 900 Hm bis nach Burgeis. Hier ging´s zwischen riesigen Obstplantagen an der Etsch entlang durch das Vinschgau. Unterwegs machten wir einen kleinen Zwischenstopp in Prato, um in einem Bikeladen unsere Regenkleidung zu ergänzen. Im Laufe des Nachmittags hörte bei mehrfachen Kleiderwechseln der Regen allmählich auf. Nach rund 60 gefahrenen km kamen wir in Naturns an. In einer Pizzeria stärkten wir uns vor dem anstehenden Aufstieg. Knapp 16 km, davon 6 km auf Schotter, rund 1.500 Hm und somit 2,5 – 3,5 Stunden Fahrt bergauf bis zur Naturnseralm lagen vor uns. Das Hauptfeld riss sehr schnell weit auseinander, da jeder eine unterschiedliche Geschwindigkeit angenehmer empfand. An der Naturnseralm trafen wir uns bei kühlen Temperaturen, starken Wind, heißen Tee, kalten Getränken, Snickers und Apfelstrudel wieder. Aufgewärmt fuhren wir weiter zum Vigiljoch. Auf wunderschönen Wanderwegen mit Blick auf die Dolomiten ging es auf alpinem Gelände zum Jocher, unserer Unterkunft für die nächste Nacht. Auch diese Etappe haben wir nach 85 km und 2.000 absolvierten Hm bestens überstanden. Die Pächter des Jocher haben uns einen Wäsche- und Trockner-Service angeboten, den wir sehr gerne in Anspruch genommen haben. Beim Abendessen haben wir zwischen Suppe und Hauptgericht eine unübersehbare, hausgemachte und exzellent schmeckende Maccaroni-Pfanne eingebaut. Damit ging bei bester Stimmung und herrlicher Weitsicht der Abend zu Ende.

Dienstag, 15.07.2008: 4. Etappe von Vigiljoch nach St. Getraud oder „Auch wenn´s runter geht, geht´s bergauf“ bzw. „Die Sonnenterrasse“.

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Nach gutem Frühstück machten wir uns fertig für die Weiterfahrt. Unser Fotoshooting vor dem Start wurde noch ergänzt von der Einlage eines Gastes. Während er gerade seinen Kaffee trank, wurden auf dem Balkon über ihm nicht nur die Geranien, sondern auch alles darunter gegossen. Nachdem wir brüllten vor lachen, musste auch er gute Miene zum bösen Spiel machen. Bestens gelaunt machten wir uns durch den Wald zur 10 km langen und über 1.000 Hm steilen Abfahrt mit Spitzengeschwindigkeiten von 65 km/h auf. Bei St. Pankraz bogen wir in das Ultental ein. Im weiteren Verlauf fuhren wir meist bergauf durch diverse Tunnel am Fischersee bis wir St. Walburga erreichten. Dort kauften wir zunächst ein Eis und dann ein Vesper für das Mittagessen ein. Wenige km weiter machten wir eine größere Rast am Zogglersee, welche bei strahlendem Sonnenschein fast zu einem Nickerchen führte. Ragi vermisste seine Angel, da man schon vom Staudamm hinab die Forellen schwimmen sah. Anschließend ging es weiter bergauf bis zum Ende des Ultentals nach St. Gertraud. Am Ortseingang fühlten wir uns fast wie Zuhause, da auf einem Haus der Schriftzug Ludwigsburg stand. Kurze Zeit später und einer letzten kurzen geschätzten 30%-Steigung kamen wir gegen 15 Uhr im Haus Elisabeth, unsere Übernachtsstätte, an. Nach weniger als 5 Minuten fanden wir uns für mehrere Stunden auf der herrlichen Sonnenterrasse des Hauses wieder. Natürlich gut versorgt mit mineralhaltigen Getränken. Einziger Wermutstropfen war, dass unsere Zimmer umdisponiert wurden. Aufgrund dessen, dass das Gasthaus unsere Doppelzimmer längerfristig vermieten konnten, fanden sich alle außer Dieter und Ragnar in der im Haus liegenden Ferienwohnung wieder. Im Schlafzimmer nächtigten Klaus und Matze, am Fuße des Doppelbetts weilte Jörg auf einer Liege. Andy, Karsten und Uwe schliefen im Wohn-/Essbereich auf Liegen, Matratzen oder Sofas. Das Abendessen war reine Geschmacksache: Auf Schinkenteller folgte Lasagne, dann etwas weiche Muschelnudeln, als Hauptgang Braten mit Rosmarinkartoffeln und als Dessert Pannacotta. Im Vergleich zu den Vortagen haben wir quasi einen „Ruhetag“ eingelegt, da nur 40 km und 800 Hm hinter uns lagen. Allerdings haben auch die vorangegangenen Etappen ihre ersten Spuren an unseren Oberschenkeln und Hinterteilen hinterlassen.

Mittwoch, 16.07.2008: 5. Etappe von St. Gertraud nach Dimaro oder „Schieben, Tragen, Zerren“.

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Gegen 9.15 Uhr starteten wir bei strahlendem Sonnenschein die 10 km und 1.000 Hm in Richtung Rabbijoch. Die ersten 7 km und 450 Hm auf einem Forstweg dem Bach entlang bis zur Kirchbergalm waren sehr gut zu bewältigen. Die letzten 3 km wurden deutlich steiler und steiniger, so dass wir den größten Teil der restlichen Strecke unsere Bikes schieben, tragen und zerren mussten. Hier zahlte sich dann zum zweiten Mal nach der Uina-Schlucht das Monate lange Training im Pro Aktiv aus. Leicht erschlagen erreichten wir den Passo di Rabbi, wo wir eine „kleine“ Pause bei herrlichstem Wetter und toller Sicht einlegten. Wenige Meter weiter kamen wir zur Haselgruber Hütte. Bei leckeren acht Portionen Spaghetti Bolognese und isotonischen Getränken genossen wir den wunderschönen Blick ins Val di Rabbi. Dann stand die steile Fahrt ins Tal an, welche unser bis dahin erlerntes fahrerisches Können stark beanspruchte. Nach etwa 20 gefahrenen Metern allerdings Zwangspause. Ragnar fuhr gegen einen spitzen Stein und sein Vorderrad hatte einen Platten. Gemeinsam konnten Andi, Karsten und Ragnar den Schaden schnell beheben. Der erste Teil der Abfahrt war sehr anspruchsvoll und richtig geil. Zwischendrin legten wir Schiebepassagen ein  Safety first. Im weiteren Verlauf gelangten wir serpentinenmäßig auf eine Schotterpiste durch den Wald bis zum Städtchen Rabbi. Weiter ging es auf der Straße bergab bis nach Procorno. Damit lag mit rund 18 km und 1.500 Hm die längste Abfahrt unserer Tour hinter uns. Wir bogen nun in das Val di Sole ein. In Male tranken wir im Cafe Olivia einen super italienischen Cappuccino. Nach kurzem Aufenthalt fuhren wir an der Noce entlang bis nach Dimaro. Nach 40 km und 1.100 Hm wurden wir in unserer Unterkunft „Sottobosco“ gegen 16.30 Uhr mit italienischer Herzlichkeit, einem Willkommensgetränk und kleinem Gebäck empfangen. Vor der Pension tranken wir bei sommerlichen Temperaturen noch ein gemütliches Weißbier, während der Gepäcktransport einer Mountain-Bike-Gruppe auslud. Nachdem wir unsere schönen Zimmer bezogen hatten, gingen wir zum Abendessen in ein Ristorante an der Hauptstraße und aßen a la Carte. In einem anderen Lokal gab es noch ein Eisbecher und zum Abschluss des schönen Abends noch ein kleines Bierchen an der Bar des Sottobosco.

Donnerstag, 17.07.2008: 6. Etappe von Dimaro nach Riva del Garda oder „Dieter´s Murensöhne“.

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Um 9.20 Uhr starteten wir unsere letzte Etappe in Richtung Gardasee. Gleich zu Beginn lag der längste Anstieg des Tages vor uns. Zunächst fuhren wir gemütlich auf der Straße Richtung Madonna di Campiglio. Nach einem knappen km bergauf bogen wir in einen Waldweg entlang im Val Meledrio mit permanent wechselnden Steigungen. Bis Malga Mondifra bewältigten wir rund 900 Hm. Nach kurzer Pause fuhren wir zunächst einen Schotterweg, dann einen Single Trail und abschließend den Skihang hinab nach Madonna di Campiglio. Dort hat uns Dieter ein Lokal genau nach unserem Geschmack ausgewählt. Spaghetti aglio e olio, Pizza und die erfrischenden Getränke waren absolut lecker und auch die Bedienungen waren sehr zuvorkommend. Die anschließende Abfahrt von ca. 20 km und 1.000 Hm wechselte zwischen Schotter und Asphalt. Bei Zuclo erwartete uns der nächste Anstieg über 450 Hm zum Passo Duran, nach welchem bei allen die Anstrengungen deutlich sichtbar waren. Erneut folgte eine Abfahrt über knapp 10 km. Vor uns lag nun nur noch der Passo Ballino als letzter „Berg“, aber diese knapp 100 Hm stellten kein Problem mehr dar. Von nun an ging es nur noch abwärts. Die letzten 15 km fuhren wir vorbei am Lago di Tenno bis wir vor unseren Augen das Ziel sahen: Riva del Garda. Ein letzter Halt  Fotoshooting. Der Blick über den Ort auf den Gardasee, daneben der Monte Brione. Die Gefühle wechselten zwischen Freude und Schrecken, da das Ziel und damit auch das Ende der Tour erreicht ist. Die letzten Serpentinen hinab waren Genuss und Erleichterung zugleich. Der erste Weg führte uns zum Hafen. Erst ein gemeinsames Zielfoto, dann ein gemeinsames Ankunftsgetränk. An dieser Stelle ein Superdank an unseren Dieter, der uns stets zielsicher und wohlbehalten über die Alpen geführt hat. Die Tour war exzellent auf unsere Wünsche und auch unserem Können abgestimmt. Anschließend fuhren wir vom Hafen zum Strand, wo nach den heute zurückgelegten 85 km und 1.600 Hm weitere Fotos folgen sollten. Hier zeigte uns Andi erneut seine besondere Fähigkeiten, mit seinem Bike im tiefen Kies in die Horizontale zu sliden. Weiter ging es zum Hotel Villa Enrica. Leider war unser gebuchtes Hotel überbucht, und wir wurden ins knapp 200 Meter entfernte Hotel La Perla an der Hauptstraße umgebucht. Nach Einchecken und Unterbringung unserer Räder unter dem Swimmingpool liefen wir zur Ortsmitte. Dieter hat uns wieder in ein sehr gutes Lokal geführt. Auf dem Heimweg haben wir noch das lang ersehnte gute italienische Eis gegessen und einige Bars unsicher gemacht.

Freitag, 18.07.2008: Riva oder „Vollgas“.

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Die Nacht wurde unterschiedlich wahrgenommen, je nachdem ob man sein geöffnetes Fenster zur Hauptstraße oder zum Swimmingpool hatte. Während des Frühstücks beschlossen wir mit der Fähre Richtung Süden zu fahren. Da gemäß Fahrplan die nächste Fahrt in einer halben Stunde und die übernächste erst in zwei Stunden startete, eilten wir zum Hafen. Mit der Fähre fuhren wir über Limone nach Malcesine. Aufgrund dieser schweißtreibenden Aktion genossen wir erst einmal ein Erfrischungsgetränk an der Hafenpromenade. Als der Durst gelöscht war, mieteten wir zwei 40-PS-Boote für eine Stunde und gaben richtig Vollgas auf dem Gardasee. So einfach sind Männer glücklich zu machen. Nach diesen großen Anstrengungen belohnten wir uns mit einem klasse Mittagessen am Hafen mit Blick auf den See. Es folgte eine kleine Stadtbesichtigung, ehe wir mit der Fähre über Limone nach Torbole fuhren, um einige Kleinigkeiten zu kaufen. Von Torbole aus liefen wir den „10-minütigen“ Weg gemütlich nach Riva ins Hotel. Die Zeit bis zum Abendessen verbrachten wir in aller Ruhe am Swimmingpool und übten diverse Wassersprungeinlagen, bei dem der ein oder andere leicht nass wurde. Als Lokalität für das Abendessen haben wir uns für das Hotel Villa Enrica entschieden, da uns das Hotel für die entstandenen Unannehmlichkeiten zum Essen eingeladen hatte. Zunächst gab es „kurze“ Diskussionen mit dem anwesenden Personal, da dieses nur bedingt über die Absprache informiert war. Der Speisesaal war so sehr gefüllt, dass wir etwa die Dauer des Fußweges von Torbole nach Riva bei einem Bierchen am Pool warten mussten. Wenige italienische ¼-Stündchen später war unser Tisch von der sehr freundlichen Bedienung eingedeckt. Als Menü erhielten wir Salat vom Buffet, Pasta mit Gemüsesoße als Vorspeise, als Hauptgang konnten wir zwischen Lachsforelle und Brandenburger Würstchen wählen und als Nachtisch gab es Pannacotta. Da der gewünschte Merlot aus war, bestellten wir die obligatorischen „Otto Birre“. Auf dem anschließenden Weg zur Innenstadt aßen wir nochmals ein tolles italienisches Eis an der Eisdiele gegenüber unserem Hotel. In einer Bar am Hafen verbrachten wir bei Bier, Cappuccino und diversen hochklassigen italienischen Weinen den restlichen Abend.

Samstag, 19.07.2008: Riva – Ehrwald – Ludwigsburg.

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Gegen 9.30 Uhr holte uns Siggi´s Fahrdienst mit dem Shuttle-Bus und Radanhänger im Hotel ab. Bei zunächst zähfließendem Verkehr fuhren wir Richtung Brenner, dann über den Fernpass nach Ehrwald. Dort angekommen luden wir unsere Sachen in die beiden Autos, machten noch einige gemeinsame Fotos und verabschiedeten uns von Dieter, der die Leihräder noch mit Siggi´s Fahrdienst nach Mittenwald brachte. Die Heimfahrt nach Ludwigsburg verlief unspektakulär und wir kamen pünktlich zum Abendessen um 18 Uhr zu Hause an. Die zurückliegende Woche war für Alle ein einmaliges Erlebnis. Beeindruckend war die Kameradschaft, der Zusammenhalt der Truppe und ein selbstverständliches gegenseitiges Helfen, wenn es nötig war. Die Wiederholungsgefahr für ein ähnliches Ereignis liegt bei diesem Team bei knapp über 99%.

 



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